Fotos und Berichte
Tourtagebücher und Konzertbilder.

27.02.2010 Husum "Der Hafen rockt"

Es gibt ein Reiseziel auf der Landkarte, dass ich unbedingt mal bereisen wollte. Dieses Wochenende hat sich dieser Wunsch erfüllt. Wir fuhren am Freitag, den 26.02. um Punkt 5 Uhr los und machten uns mit dem Auto auf zum Bahnhof nach Landshut, weil in diesem kleinen Provinzkaff nur alle heiligen Zeiten mal ein Bus fährt, und das ganz bestimmt nicht um diese verdammt unmenschliche Uhrzeit.

Fotos:

Bericht:

Ungewohnt entspannt und pünktlich hatten wir unser Gepäck für zwei Tage in drei Stunden vor der Abfahrt eingepackt, was für einen normal denkenden Menschen eher aussah wie für eine lange Reise von ungefähr zwei Monaten Dauer.

Gesagt, getan. Mit eher mäßigem Tempo, für diese Uhrzeit angemessen, luden wir das Auto ein, stellten es nach erfülltem Dienst ins Parkhaus und gingen mit angemessenem Tempo zu den Gleisen und setzten uns in einen Zug, der zufällig München als Ziel anpeilte. Dort sahen wir einen Zug der nach Hamburg fuhr, was unserem Ziel Husum am nächsten kam. Dieser Ice war in Kürze voll geworden, wobei diese Definition auf der Heimfahrt gründlich durch einen Orkan über Frankfurt überarbeitet
werden mußte. Aber dazu später mehr. Die Fahrt verlief sehr ruhig bis sich eine Gruppe alkoholisierter Heranwachsender in das Abteil gesellte. Diese hatten nicht wie viele Fahrgäste vermuteten, das Ziel, zu randalieren, nein sie wollten einfach eine kulturelle Reise ins schöne Hamburg. Dort angekommen wollten wir erstmal etwas essen, doch bevor meine Augen dieses sichten konnten, fiel der Blick von Thomas ,typisch Mann, gleich auf ein Getränk namens "Kalte Muschi" eine Mischung von Rotwein und Cola. Die vom St. Pauli Totenkopf verziehrte Flasche bestätigte dann seine Kaufentscheidung. Dann kam auch schon der Zug nach Husum und weitere zwei Stunden später endlich angekommen setzen wir das erste Mal den Fuß auf Husumer Boden. Man kann nicht sagen daß ein hügelarmes Land Vorteile bietet auf dem Weg in die Unterkunft. Der Fußweg von 1.9 km kam mir ewig vor. Manchmal sind es eben ein paar Meilen bis man seinem Traum ein kleines Stück näher kommt. Ich mußte mich doch sehr aufraffen um anschließend einen Stadtrundgang zu machen. Als erstes rief uns starker Hunger in ein Lokal.
Selten habe ich in letzter Zeit ein so wohlschmeckendes liebevoll angerichtetes Essen zu mir genommen. Dazu bestellten wir passend zum persönlichen Temperaturempfinden einen Glühwein und noch einen. Sehr lecker.

Dann stand noch das Kulturprogramm "Husum bei Nacht und Regen" aus. Wir suchten den Speicher auf, wo morgen gleiche Zeit, gleicher Ort ein Festival stattfindet. Es heißt bereits zum 7. Mal:"Der Hafen rockt". Von außen konnte man schon sehen, daß das Speicherteam schon fleißig augebaut hatte. Am Ende von unserem Kulturrogramm lag uns zufällig eine Kneipe mit dem Namen "Shamrock" im Weg, die auch den Zielpunkt dieses schönes Tages setzte.
Am nächsten Tag machten wir uns gegen Mittag auf dem Weg nach Istanbul, einem Dönerladen, obwohl ich einen Solchen zum Frühstück gewöhnungsbedürftig finde. Jedenfalls sind bin ich nach meiner halben Portion und Thomas dementsprechend nach 1 1/2 Portionen davon satt geworden. Um halb eins waren wir am Speicher, pünktlich zum Beginn der Veranstaltung.

Der vorletze Gig für diesen Abend stand an und WZ hatten sich für diesen Auftritt ein mitreißendes Set zusammengestellt mit einer Intensiven Mischung bestehend aus schnellen WZ Stücken garniert mit einigen Hits vom "Untergangskommando". Michel tobte sich ordentlich aus und und auch die musikalisch aktiven gaben Vollgas. Im Minutentakt fielen die Fans auf die nur 30 cm hohe scharfkantige Bühne, weil diese genauso energetisch wie die Band feierten. Mit "Orkan über Frankfurt" spielten WZ ein Lied, dessen Text sich makabererweise am nächsten Tag ereignete.
Michel, wie wärs mit dem Lied "Wann wirds mal wieder richtig Sommer"? ;-) Weg ans Meer erschien mir noch nicht passender als heute. WZ wie ich es kenne und liebe..

Das 7. Festival unter dem Motto "Der Hafen rockt" war ein voller Erfolg und für einen Eintrittspreis von 10 Euro wurde den knapp 500 Besuchern ein schönes garantiert abwechslungsreiches Programm geboten, bei dem jede Stilrichtung vertreten war und auch der Nachwuchs seine Chancen bekam. Im ersten Stock bekamen die Veranstaltungsbesucher Mearch, schriftliches Infomaterial und die Raucher eine Möglichkeit etwas gegen ihre Gesundheit zu tun. In einer Kneipe ging dieses Ereignis dann dem Ende zu und es wurde gemunkelt, daß es dort auch das
ein oder andere Kräuterwässerchen zum Nachspülen von zuvor VERZEHRTEN Broten genutzt wurde.
Die Heimfahrt gestaltete sich eher ruhig, nach einer ewigen Zugfahrt haben wir gegen halb 2 endlich unsere Heimat erreicht und ich war froh diesen Tag danach ohne spontane WC Besuche im wirklich bis auf den letzten Platz, besetztem Zug durchgestanden zu haben. Durch den Orkan über Frankfurt hat der Zug über 2 Stunden Standzeit irgendwo in der Prärie gehabt und an drei Bahnhöfen konnten nicht alle auf den Bahnsteig stehenden Fahrgäste wegen Überfüllung mitgenommen werden, was sehr ärgerlich für die betroffenen war. Ich hoffe für sie, daß sie ihr
Fahrziel trotzdem noch erreichen konnten. Wir haben mitgefeiert für Vaddi und Matze,Inna und Maike, Andrea und Möm, Kevin und Steff,
Chemo & den Osten eben für alle, die in Gedanken bestimmt auch gern dabei gewesen wären.Wir sehen uns!

P.S. Schöne Grüße an Stolli, den Lichtmann und vor allem ein großes Dankeschön an den Taxifahrer, der uns zum Bahnhof nach Hamburg brachte.
Laute Grüße,
susi

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